20.12.2021 | Aktuelles

Quellcode on the Rocks

Quellcode on the Rocks

Was haben Linux, Bitcoin, Python und MS-DOS mit dem ewigen Eis zu tun? Diese und viele andere Programme sollen für die Nachwelt erhalten werden. Ihr Quellcode wird daher im ewigen Eis auf Spitzbergen in der Nähe des Nordpols konserviert.

Github ist die führende Plattform auf der Quellcode für sehr viele Softwareprojekte auch in der Embedded Welt verwaltet wird. Sowohl kommerzielle als auch quelloffene Projekte sind dort von der ersten bis zur aktuellen Version in sogenannten Repositories abgelegt.

Github ist die wichtigste Drehscheibe für die verteilte Entwicklung von Software und Nutzer von Open Source. Auf Github lagert ein wertvoller Schatz und es ist wichtig die Arbeit von vielen hunderttausend Entwicklern rund um den Globus langfristig für die Nachwelt abzusichern. Das macht man jetzt im Projekt Github Arctic Code Vault in einer alten Kohlenmine im hohen Norden.

 

Das Archiv befindet sich übrigens in der Nähe des weltweit größten Archivs für irdisches Saatgut und ist nicht nur Lagerstätte für die Quellcodes von Linux und Co. Im Eisspeicher befinden sich eine Unmenge an digitalen Artefakten aus aller Welt, so auch die Manuskripte der Vatikanbibliothek oder Kopien von Kunstwerken von Rembrandt und Munch.

 


Alle modernen Speichermedien haben den Nachteil, dass sie mit der Zeit ihr Gedächtnis verlieren. Egal ob Magnetband, Harddisk, Halbleiter oder Blueray, mit der Zeit gehen die Daten auf diesen Medien verloren. Auch Naturkatastrophen oder Sonneneruptionen können irreparable Schäden an technischen Speichern verursachen.

Man kann auch nicht davon ausgehen, dass in ein paar hundert Jahren noch Lesegeräte zur Verfügung stehen werden. Oder haben Sie noch ein  Diskettenlaufwerk rumstehen? Für den Eisspeicher wählt man daher den guten alten Mikrofilm, der bei konstant niedrigen Temperaturen und geringer Luftfeuchtigkeit quasi ewig hält. Die Daten sind in riesigen 2D-Mustern mit über 8 Millionen Punkten je Film codiert.

Gemeinsam mit den Filmen wurde auch eine Maschine zum Dechiffrieren in der Mine gelagert. Damit soll es der Nachwelt ermöglicht werden die Quellcodes wiederherzustellen.

Und sollte die Maschine kaputt werden, findet man in der Mine auch eine Anleitung in vielen Sprachen, wie die Codes zu lesen sind. Man hat also an alles gedacht. Da sollten in Zukunft auch Aliens in der Lage sein, den Quellcode von Linux wieder zum Leben zu erwecken.

Mehr über Linux bei Ginzinger.

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