04.02.2021 | Aktuelles

Marktentwicklung in der Elektronikindustrie

Marktentwicklung in der Elektronikindustrie

Die aktuelle Situation am Basismaterialmarkt

Der Basismaterialmarkt in Asien unterliegt in den vergangenen Wochen enormen Veränderungen. Bei den Herstellern von Leiterplatten beispielsweise zeichnen sich massive Preiserhöhungen ab. Hauptgrund ist weniger die Corona-Pandemie und die dadurch unterbrochenen Lieferketten, sondern vielmehr die Rohstoffverknappung aufgrund der weltweit erhöhten Nachfrage etwa bei Gold und Kupfer.


Eines der Topthemen neben der Pandemie war im Jahr 2020 der Klimaschutz, der sich nun massiv auf die Verfügbarkeiten von Rohmaterial, speziell Kupfer, auswirkt: Ein normaler PKW benötigt ca. 25kg Kupfer zur Herstellung (Kabelbäume). Bei einem Elektrofahrzeug sind es bereits 80kg Kupfer, die benötigt werden. Die geplanten Steigerungen in der E-Mobility bewirken, dass sich der geplante Kupferbedarf bis 2030 verzehnfacht.

Dies hat zum Jahresende zu einer Preissteigerung von 69% geführt, dem höchsten Stand seit 2013. Die Elektronik- und Batterietechnik Industrie für E-Autos konkurrieren um Kupferfolien, die Produktionsmengen liegen an der Kapazitätsgrenze.

Auch Preise für Glasgewebe, ein Trägermaterial für Laminate in Leiterplatten, sind um 20% gestiegen. Bei zwei Harzherstellern in China und Korea, wichtige Zulieferer für Glasgewebe und Kupferfolien, kam es im November bei Explosionen und Bränden zu Komplettausfällen. Glasgewebe steht frühestens in ein paar Monaten wieder zur Verfügung. Wegen des bevorstehenden chinesischen Neujahres Ende Februar wurden bereits Erhöhungen angekündigt, die Preise werden aber wohl noch das gesamte erste Quartal 2021 steigen. Global kommt es bereits zu Panikkäufen, gemäß dem Motto „Hauptsache lieferfähig“. Faktoren wie die Logistik, mit stetig weniger werdendem Frachtraum (gestiegener Online-Handel, US-Handelskrieg mit China, geänderte Frachtrouten wegen Corona,…), erschweren die Verfügbarkeitssituation zusätzlich und führen zu weiteren Preissteigerungen.



Vergleichbare Entwicklungen sind auch auch im Bereich der Halbleiter wahrnehmbar. Plötzliche Verknappung in Form von ausbleibenden, zugesagten Lieferungen und massiven Preiserhöhungen fordern Elektronikhersteller täglich. Lieferzeiten von 30, 40 oder 50 Wochen sind keine Seltenheit mehr. Der Einkauf bei Ginzinger electronic systems ist daher im Dauer-Eskalationsmodus und tut alles Mögliche, um die extremen Schwierigkeiten zu meistern.


Durch teilweise erheblich teurere Ersatzkäufe konnte Ginzinger bislang die Produktions- und Lieferfähigkeit gewährleisten. Um dies auch weiterhin zu erreichen, werden die Lagerbestände massiv erhöht. Außerdem wird,  basierend auf dem Auftragsbestand, langfristig bereits bis ins Jahr 2022 hinein geplant. Je früher und weitreichender Kunden Ihre Bedarfe bestellen, desto besser sind die Möglichkeiten, Zukaufteile rechtzeitig abzusichern. Denn es sind auch weitere Lieferzeitverlängerungen in anderen Artikelgruppen zu erwarten.

Als Hersteller von Elektronik beobachtet Ginzinger electronic systems die Situation in Fernost sehr genau, hat aber kaum Ausweichmöglichkeiten und Einfluss darauf. Entgegen der bisherigen Bestrebungen sieht sich das Unternehmen daher gezwungen, diese Preisanpassungen zumindest teilweise weiterzugeben. Dazu werden die Ginzinger Kundenberater in den nächsten Tagen persönlich auf die Kunden zukommen und im gemeinsamen Gespräch die Preis- und Lieferzeitsituation für Ihre Produkte besprechen und gemeinsam nach Lösungen suchen.

Die Aufrechterhaltung der Wettbewerbs- und Lieferfähigkeit der Kunden steht für Ginzinger electronic systems  immer im Vordergrund.

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