28.03.2022 | Aktuelles

Ein Schutzengel zum Anziehen

Ein Schutzengel zum Anziehen

Adresys und Ginzinger electronic systems

Als Teil der weltweiten Omicron electronics-Gruppe ist die ADRESYS Adaptive Regelsysteme Gesellschaft m.b.H. in Salzburg ein Partner für die Arbeitssicherheit im Elektrobereich. Das Unternehmen entwickelt modernste Produkte für Prüfungen in elektrischen Hoch- und Mittelspannungsanlagen, sowie für Arbeitssicherheit. Für ihr neuestes Produkt wandte sich ADRESYS vertrauensvoll an seinen Lieferanten Ginzinger electronic systems. Dieser wurde sogleich vom EMS-Dienstleister zum Full-Service-Partner.

Es passiert schneller, als man denkt: Ein unbedachter Griff an die falsche Stelle, oder kurz das Gleichgewicht verloren, schon berührt man eine elektrische Leitung und Strom fließt. Für Elektriker bzw. Menschen, die der Gefahr von elektrischen Spannungen ausgesetzt sind, kann das lebensbedrohliche Folgen haben. Höchstmögliche Unterstützung bei solchen Tätigkeiten zu ermöglichen, war daher der Hauptgrund für das Unternehmen, das innovative Produkt ANGEL zu entwickeln.

Lebensretter zum Anziehen

ADRESYS startete daraufhin seine rund dreijährige Entwicklungs- und Pionierarbeit für sein Smart Textile ANGEL. In solch einer Form gab es noch kein Produkt auf dem Markt. ANGEL ist ein intelligenter Helfer für die Elektrobrache und erkennt Notfallsituationen im Elektrobereich. Das High-Tech-Shirt steckt voll smarter Elektronik. Es erkennt Unfälle und alarmiert die Rettungskräfte. Der komplexe Algorithmus, der nur im Fall einer Stromberührung auslöst, aber auch das Thema Datenschutz waren große Herausforderungen in der Entwicklung, die ADRESYS erfolgreich meisterte.

Das System funktioniert über das intelligente Zusammenspiel einer zentralen Steuereinheit, dem „Genius“, eines Smart-Textile-Shirts und einer intuitiv bedienbaren Smartphone-App.

 

Der abnehmbare Genius wird in eine Halterung am Shirt eingeklickt. Er kommuniziert durch optische und akustische Signale mit dem Nutzer oder der Nutzerin. Ein leitfähiges Textilkabel verbindet Sensoren an beiden Oberarmen des Trägers bzw. der Trägerin mit der Steuereinheit. Im Fall eines Kontaktes mit Strom messen integrierte Elektroden in den Bündchen des Shirts einen Spannungsabfall zwischen den Oberarmen.

So wird auf fließenden Strom geschlossen und das Gerät erkennt einen Elektrounfall oder Sturz zuverlässig. Via Bluetooth wird die verbundene Smartphone-App aktiviert. Die letzte bekannte GPS-Position, sowie die Unfalldaten werden automatisch an betriebsinterne Ersthelferinnen oder Ersthelfer weitergeleitet.

 

 

Zudem kann die externe Notrufzentrale dazu gebucht werden, die zurückruft. Erreicht diese den Verunfallten nicht, wird die Rettungskette automatisch in Gang gesetzt. Der Träger oder die Trägerin des smarten T-Shirts hat außerdem jederzeit die Möglichkeit, manuell einen Alarm abzusetzen.

 

 


Vom EMS-Dienstleister zum Industrialisierungspartner

ADRESYS entwickelt Design, Gehäuse, sowie die Hard- und Software seiner Geräte selbst. Als EMS-Partner ist Ginzinger electronic systems schon seit mehreren Jahren für ADRESYS tätig. Auch beim neuen Produkt vertraute ADRESYS auf die Fertigungskompetenz von Ginzinger. Bereits in der Prototypenphase analysierten Ginzinger und ADRESYS gemeinsam die Möglichkeiten und Potenziale, um das Produkt effizienter und wirtschaftlicher zu produzieren.

Ginzingers Optimierungsvorschläge nahm ADRESYS gerne an. Die Ergebnisse aus Feldtests mit Vorseriengeräten wurden ebenfalls berücksichtigt und flossen in das Serienprodukt mit ein. Im Laufe des Projekts entwickelte sich Ginzinger vom reinen EMS-Dienstleister zum Beratungspartner und Full-Service-Anbieter für ADRESYS.

 

 

 

Dazu Ulrich Klapper, Geschäftsführer von ADRESYS: „Unsere Entscheidung fiel sofort auf Ginzinger. Wir schätzen Ginzinger, da wir uns bereits in der Vergangenheit auf die Kompetenzen verlassen konnten. Die hohe Qualität der Produkte und das beeindruckende Knowhow sind für uns ausschlaggebend für die Partnerschaft. Zudem ist es uns wichtig, Partner aus der Region zu haben.“

 

 

 

 

Projektstart


2021 startete nach den Feldtests die Produktion bei Ginzinger electronic systems. Neben der EMS-Produktion und ausführlichen Tests der elektronischen Baugruppen kümmert sich Ginzinger auch um die komplette Gehäusemontage, die Verklebung, Bedruckung, elektronische Aufladung der Akkus und kundenspezifische Verpackung. Das final verpackte Produkt verlässt das Haus voll aufgeladen, inklusive aufgespielter Software, der ebenfalls bei Ginzinger produzierten Akku-Ladeschale und Produktverpackung.

 





Converting Challenges into Solutions

 

Eine große Herausforderung der Industrialisierung von elektronischen Geräten ist, dass es bis zur Serienfreigabe laufend zu Änderungen und Optimierungen am Produkt, am Gehäuse, an der Funktion und im Produktionsablauf kommen kann.

Dazu Andreas Pfeiffer, Leitung Kundenberatung & Marketing bei Ginzinger electronic systems: „Nur wenn Hardware, Software, Mechanik, Funktion und Bedienung optimal aufeinander abgestimmt sind, wird der Anwender ein Produkt akzeptieren und schätzen. Bei Ginzinger sind wir es gewohnt, dass bis knapp vor der Serienfertigung Änderungswünsche erfüllt werden müssen“.

So waren die optimale Gestaltung des ANGEL-Gehäuses und die Montage und Verklebung der Elektronik komplexer als zunächst gedacht. Denn das Gehäuse musste zum Beispiel gasdicht sein, da es direkt am Körper verwendet wird und trotz Schwitzen des Anwenders bzw. der Anwenderin voll funktionsfähig bleiben muss.

 

Zur effizienten und raschen Aufladung der Akkus für ANGEL wurde im Ginzinger Prüfmittelbau eine eigene Ladestation entwickelt und gebaut, um eine komplette Charge von 280 Lithium-Ionen-Akkus gleichzeitig aufladen zu können.

Robert Hebertshuber, Prüfmittelentwicklung erklärt: „In einem Ladeschrank mit acht Schubladen wird mittels Magneten an der Unterseite der Ladekontakte eine komplette GeniusCharge fixiert. Damit kann diese auf einmal aufgeladen werden. Aufgrund der hohen benötigten Stromstärke für den Ladevorgang ist jede Schublade extra abgesichert. Sollte auf einer Ebene ein Kurzschluss beim Laden entstehen, so ist gewährleistet, dass diese von der Versorgung getrennt wird und keinen weiteren Schaden mehr anrichten kann. Eine eingebaute Übertemperaturabschaltung in Kombination mit einem Rauchmelder sorgt für zusätzliche Sicherheit: Sie unterbricht im Auslösefall die komplette Stromversorgung des angeschlossenen 90-Ampere-Netzteils“.

 

Schnell am Markt dank 30 Jahren Elektronik-Knowhow

Die ANGEL-Elektronik wird in großer Stückzahl bei Ginzinger electronic systems in Weng im Innkreis produziert. Aufgrund der aktuellen Herausforderungen am Bauteilemarkt wurden bereits frühzeitig kritische Bauteile besorgt. Somit ist die lückenlose Lieferfähigkeit schon ab der Markteinführung sichergestellt. Die rasche Industrialisierung dieses innovativen Produktes von ADRESYS baut auf 30 Jahre Erfahrung in der Entwicklung und Produktion von elektronischen Produkten.

 


Die ADRESYS Adaptive Regelsysteme Gesellschaft m.b.H. mit Sitz in Salzburg ist ein kompetenter Partner für Arbeitssicherheit im Elektrobereich. Rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entwickeln modernste Produkte für die Prüfungen in elektrischen Hoch- und Mittelspannungsanlagen, sowie für die Arbeitssicherheit aller, die mit gefährlichen elektrischen Spannungen zu tun haben.

Mehr über ADRESYS: www.adresys.com

Kontakt

Sie haben Fragen

oder möchten Kontakt aufnehmen?