11.11.2021 | Fachthema

Wettrennen der Busse

Wettrennen der Busse

Da sagt noch mal einer, bei den guten alten Bussystemen tut sich nichts mehr - von wegen! Nimmt man den robusten CAN-Bus mit seinen maximalen 8 Byte an Daten, dann wurde dieser per CAN FD bereits auf 64 Byte aufgebohrt. Auch seine Übertragungsgeschwindigkeit für Nutzdaten wurde wesentlich erhöht, sodass man die Kapazität des Busses besser ausnützen kann. Und es geht weiter. Die CAN-Leute arbeiten bereits an CAN XL. Da soll der CAN-Bus dann bis zu 2048 Datenbyte transportieren können und bis zu 10Mbit/s schnell werden.

Aber warum denn noch der Aufwand, fragen sich manche. Es gibt doch bereits Ethernet und da laufen schon heute 10, 100 und sogar 1000Mbit/s über Zweidrahtleitungen. Single Pair Ethernet (SPE) nennt sich diese sparsame neue Ethernet Technik.

Auch den ASi-Bus gibt es jetzt in seiner fünften Version. Der Bus hat sich vor allem für die Vernetzung von Sensoren, Aktoren und Antrieben bewährt und ist z.B. in der Förder- und Lagertechnik sehr beliebt. Der neue ASi kann jetzt bis zu 32 Byte anstatt 4 Bit zyklisch übertragen. Auch die Zykluszeit wurde auf 1,2ms verkürzt. Dabei ist das System rückwärtskompatibel zu früheren Versionen. Auch hier kann man sich fragen, warum man nicht gleich auf eine der neuen Ethernet-Systeme setzen soll.

Die Gründe Feldbusse weiter zu entwickeln liegen bei den bereits installierten Anwendungen, beim weithin vorhandenen Know-How und auch bei den Kosten. Im Automobilsektor laufen mehrere Milliarden Knoten mit CAN. Die neuen CAN-Varianten bieten mehr Leistung auf Basis der gleichen Technik und Kommunikationsverfahren.


Würde man im Fahrzeug alles komplett auf Ethernet umstellen, müsste man auch tiefer in die Architektur der vernetzten Geräte und Abläufe eingreifen. Die Rückwärtskompatibilität der neuen Feldbusvarianten sorgt dafür, dass man eine Umstellung mit geringerem Risiko und weniger Aufwand auch Schritt für Schritt vornehmen kann und nicht an allen Ecken gleichzeitig schrauben muss.

So werden wir auch weiterhin laufend viel neue Technik und Erweiterungen bei altbekannten Systemen kennenlernen. Totgesagte leben bekanntlich länger.

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