Aktuelles
Beschaffungssituation spitzt sich weiter zu
Engpässe und steigende Preise nehmen zu. Eine frühzeitige Bedarfsplanung wird jetzt immer wichtiger.
Stand: August 2026
Was sich im Frühjahr bereits abgezeichnet hat, ist inzwischen Realität: Der Beschaffungsdruck am Elektronikmarkt nimmt weiter zu. Besonders bei Leiterplatten steigen Preise und Lieferzeiten deutlich. Auch der Speichermarkt bleibt angespannt, während weitere Bauteilgruppen zunehmend von Preiserhöhungen betroffen sind. Wir möchten Sie hiermit noch einmal über die deutliche Verschärfung der Beschaffungssituation bei Leiterplatten und Speichern informieren und zeigen, wo jetzt Handlungsbedarf zur Absicherung Ihrer Lieferfähigkeit besteht.
Situation bei Leiterplatten bleibt angespannt
Besonders bei Leiterplatten sehen wir aktuell eine Entwicklung, die sich in den kommenden Monaten zunehmend auf Preise, Lieferzeiten und damit auch auf bestehende Kundenaufträge und Rahmenverträge auswirken kann. Der Engpass betrifft mittlerweile nicht mehr nur Spezial- , sondern auch Grundmaterialien klassischer Industrie-Leiterplatten (FR4).
Aktuelle Marktdaten bei Leiterplatten:
- Spotpreise für Standard-FR4-Laminat in China haben sich innerhalb von 12 Monaten etwa verdreifacht
- Kupferbeschichtetes Basismaterial verteuerte sich innerhalb eines Jahres um rund 75%
- Seit April 2026 haben Laminathersteller ihre Preise in mehreren Schritten kumuliert um rund 50% erhöht
- Die Lieferzeiten bei hochwertigen Leiterplattenmaterialien betragen bereits bis zu 28 Wochen, bei Standard-FR4 etwa vier Wochen (statt weniger Tage)
- Hersteller beginnen, verfügbare Materialmengen zu kontingentieren. Teilweise orientiert sich die verfügbare Menge dabei an den Bezugsmengen des Vorjahres
- Glasfasergewebe, Kupferfolie sowie Harze und Verbindungsmaterialien zum Aufbau mehrlagiger Leiterplatten sind besonders knapp geworden
Haupttreiber ist die stark wachsende KI- und Rechenzentrumsindustrie. Kapazitäten für Produktion und Material werden vorrangig für hochkomplexe, margenstärkere Leiterplatten eingesetzt. Diese Entwicklung spüren wir bereits seit Anfang des Jahres in unserer Beschaffung, vor allem bei den teilweise sehr stark steigenden Lieferzeiten. Gleichzeitig können wir aufgrund der Marktdynamik Preissteigerungen bei Leiterplatten nicht mehr ausschließen. Auch unser Leiterplattenpartner KSG bestätigt diese Entwicklung.
„Der KI-Boom wirkt wie ein Brandbeschleuniger für die ohnehin angespannte Versorgungssituation bei Leiterplattenmaterialien. KI-Server benötigen ein Vielfaches an Leiterplatten gegenüber herkömmlichen Anwendungen. Das treibt die Nachfrage nach hochwertigen Laminaten und Kupferfolien in die Höhe – mit steigenden Preisen und längeren Lieferzeiten als Folge.“
Der weitere Trend
Speichermarkt bleibt angespannt
Auch der Speichermarkt bleibt ein relevantes Risikothema. Besonders ältere Speichertechnologien werden, bedingt durch Kapazitätsverlagerungen, zunehmend knapp. Für SLC-NAND werden für das zweite Halbjahr 2026 Preissteigerungen von 120-170 % gegenüber dem ersten Halbjahr prognostiziert. Die Beschaffung der von uns eingesetzten Speicher verwalten wir über Forecasts, sowie frühzeitige Bedarfsplanung.
Trends bei Elektronikbauteilen
Neben Leiterplatten und Speichern beobachten wir mittlerweile auch bei zahlreichen weiteren Bauteilgruppen eine klare Preisentwicklung nach oben. Preisanpassungen werden zunehmend über ein breites Spektrum angekündigt, zB. bei Relais, Steckverbindern, Elkos sowie weiteren aktiven und passiven Komponenten. Die Lieferzeiten sind in diesen Warengruppen aktuell noch überwiegend stabil, die Preisentwicklung zeigt jedoch deutlich nach oben.
Auffällig sind insbesondere die Häufigkeit und Kurzfristigkeit der Preisanpassungen. Teilweise werden bestehende Konditionen neu bewertet, wodurch auch laufende Vereinbarungen bzw. Verträge von Preisänderungen betroffen sein können. Wir gehen davon aus, dass sich der Kostendruck in den kommenden Monaten nicht auf Leiterplatten und Speicher beschränken wird.
Was sie konkret tun können
Bitte planen Sie Ihren Bedarf an elektronischen Baugruppen für die kommenden sechs bis zwölf Monate so früh wie möglich und stimmen Sie sich am besten direkt mit uns ab.
Wir empfehlen Ihnen, geplante Mengen nicht erst zum tatsächlichen Abrufzeitpunkt bekanntzugeben. Je früher wir Ihre benötigten Stückzahlen kennen, desto besser können wir Mengen und Materialien absichern, auf steigende Lieferzeiten reagieren und so kurzfristige Engpässe vermeiden, sowie Mehrkosten frühzeitig transparent machen.
Gerne stehen wir für Sie bei der Planung zur Verfügung und stimmen uns gemeinsam mit Ihnen für die kommenden Monate ab.