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SPS oder Embedded System?

Reist ihr Produkt auch mit SPS-Übergepäck?

Embedded-Lösungen, die genau das können, was Ihr Produkt braucht.

Bei Serienprodukten mit steigenden Stückzahlen kann eine anwendungsspezifische Steuerung wirtschaftlicher sein als eine SPS. Ginzinger electronic systems entwickelt Embedded-Lösungen, die genau auf die Anforderungen des Produkts zugeschnitten sind, ohne Funktionen, die nicht gebraucht werden. Hier lesen Sie, ab wann sich der Umstieg von der SPS lohnt, was Sie vorher klären sollten und wie er in der Praxis abläuft.

Wenn die Steuerung mehr kann, als das Produkt braucht

Die SPS ist in der Automatisierung seit Jahrzehnten etabliert, und das aus guten Gründen: Die Hardware ist standardisiert, robust und sofort verfügbar, die Programmierung ist bekannt. Mit wachsenden Stückzahlen verschiebt sich jedoch der Blick. Spätestens bei einer neuen Produktgeneration lohnt sich die Frage nach Alternativen.

Kosten pro Gerät

Bei Serienprodukten macht die Steuerung einen spürbaren Teil der Herstellkosten aus. 

Ungenutzte Funktionen

Der Funktionsumfang geht oft über den Bedarf hinaus. Konfiguration und Wartung bleiben trotzdem aufwendig.

Bauraum

Der Schaltschrank bestimmt, wie groß das Gerät wird und wie aufwendig Verkabelung und Montage sind.

Aw wann sich ein Umstieg rechnet

Embedded oder SPS?

Bei kleinen Serien und wechselnden Anforderungen ist die SPS oft die wirtschaftlichere und flexiblere Lösung, weil sich der Entwicklungsaufwand weitgehend auf die Applikation beschränkt.

Ein Embedded System erfordert eine höhere Anfangsinvestition. Dafür sinken die Stückkosten, denn die Elektronik ist auf den Anwendungsfall optimiert und nutzt viele Komponenten aus dem Massenmarkt. Bei steigenden Stückzahlen und klar definiertem Funktionsumfang kann sich der Umstieg deshalb rechnen. Der Break-Even hängt dabei vor allem von folgenden Faktoren ab:

  • Steuerungskomplexität
  • Entwicklungskosten
  • Stückkostendifferenz
  • Jahresmenge
  • Produktlaufzeit

Unser Cheat Sheet für den direkten Vergleich

Was bei einer Gegenüberstellung oft fehlt

Sitzt die Steuerung direkt im Gerät statt im Schaltschrank, werden Verkabelung und Montage häufig einfacher. Stecker, die auf Sensorik und Aktorik abgestimmt sind, vermeiden Fehler in der Querverdrahtung und beschleunigen Inbetriebsetzung und Wartung. Das kann erheblich Kosten sparen.

Was ein Embedded System außer niedrigeren Stückkosten bringen kann

Ausgelegt auf die tatsächlich benötigten Funktionen. Das reduziert Komplexität und Konfigurationsaufwand.

Bedienung, Sensorik und Kommunikation laufen zusammen. Das vereinfacht auch die Bedienung für Ihre Endkunden.

Keine Bindung an proprietäre Plattformen. Systemdesign und Entwicklungsumgebung bleiben in Ihrer Hand.

Formfaktor, Stecker und Schnittstellen werden an Ihr Produkt angepasst. Verkabelung und Montage werden dadurch häufig einfacher.

Prozessor und Hardware werden passend zur Aufgabe gewählt und lassen sich erweitern, auch für komplexe Anwendungen.

Ihr Embedded System kann weiter produziert werden, auch wenn SPS-Hersteller auf neue Generationen umstellen.

Typische Einsatzfelder

Unsere Embedded-Systeme ersetzen SPS-Lösungen z. B. in:

  • Maschinensteuerungen

  • HMI- und Bedienpanels

  • Robotersteuerungen

Was Sie vorher klären sollten

Mit einer eigenen Elektronik übernehmen Sie Aufgaben, die bisher eventuell die SPS abgedeckt hat. Da sich die Hardware nach dem Serienstart nur mit Aufwand ändern lässt, müssen auch die nicht-funktionalen Anforderungen früh feststehen.

  • Nichtfunktionale Anforderungen
    Da sich die Hardware nach dem Serienstart nur mit Aufwand ändern lässt, müssen auch Anforderungen wie Umgebungsbedingungen, Produktlaufzeit und Update-Konzept von Beginn an berücksichtigt werden.
  • Funktionale Sicherheit
    Der Nachweis nach den einschlägigen Normen ist aufwendig. Pragmatisch kann eine zertifizierte Sicherheitssteuerung sein, kombiniert mit einer Embedded-Steuerung für die übrigen Funktionen.
  • Lebenszyklus und Security
    Bauteile werden abgekündigt, Software braucht Updates und Sicherheitspatches, der Cyber Resilience Act muss erfüllt sein. Obsoleszenzmanagement und Softwarepflege müssen geklärt sein, im eigenen Haus oder beim Entwicklungspartner.

Jetzt Umstieg prüfen lassen!

Die Software muss nicht bei null anfangen

In vielen Maschinen arbeiten Steuerungen und Industrie-PCs unterschiedlicher Hersteller nebeneinander, jede mit eigener Programmierumgebung. Das erhöht den Schulungs- und Pflegeaufwand und ein Hardwarewechsel zieht of eine Neuentwicklung der Software nach sich.

 

Codesys auf Embeddded Systems

Unsere Embedded-Lösung läuft bereits mit CODESYS, einer IEC 61131-3-konformen Entwicklungsumgebung.

  •     Bekannte Programmiermethodik (ST, FBD, LD u.a.)
  •     Einfache Migration bestehender SPS-Programme
  •     Offene Standards
  •     Plattformunabhängig erweiterbar
     

Hardwareunabhängige Steuerungsplattformen

Sie trennen Entwicklungsumgebung und Applikation von der ausführenden Hardware. Ein Beispiel ist die cloudbasierte Plattform Ubique, deren Softwae auf Industrie-PCs, auf individuellen Embedded Systems oder auf bestehenden SPS läuft. Ist die Applikation nicht an eine bestimmte Hardware gebunden, lässt sich die Steuerung bei steigenden Stückzahlen leichter durch ein Embedded-System ersetzen, ohne Neuentwicklung und ohne Vendor-Lockin.

Praxisbeispiel Bene

Raumsteuerung ohne SPS: die NOOXS Think Tanks

Die Think Tanks des Büromöbelherstellers Bene sind Raumsysteme für Rückzugs- und Kreativzonen, mit gesteuerter Lüftung, Beleuchtung und Klimatisierung. Ende 2023 zeigte sich: Die bisherige SPS war überdimensioniert, aufwendig zu konfigurieren und wartungsintensiv.

90% der SPS-Funktionen blieben ungenutzt

Gemeinsam mit Ginzinger umgesetzt:

  • Kompakte Steuereinheit, direkt in der Decke des Think Tanks
  • Standardverkabelung mit Steckerlösung statt Sonderverkabelung: weniger Montageaufwand und Material
  • Kosten erheblich unter jenen der früheren SPS-Lösung
  • Serienfertigung der Elektronik bei Ginzinger seit Sommer 2025

Ablauf

So läuft der Umstieg ab

Arbeit an der EMS Broschüre von Ginzinger

01

Analyse

Wir prüfen gemeinsam Ihre Applikation: Welche SPS-Funktionen werden im Feld genutzt? Welche Aufgaben laufen auf Panel, Switch oder Gateway und können integriert werden?

02

Lastenheft und Technologiewahl

Zykluszeiten, Schnittstellen, Normen, Stückzahlen, Laufzeit und Update-Konzept. Darauf abgestimmt: vorgefertigte HMI- und Steuerungsbausteine oder eine individuelle Plattform.

03

Entwicklung und Migration

Hardware und Software, inklusive Übernahme bestehender SPS-Programme. EVM-Vormessungen begleiten die Entwicklung.

SMT Linie Platine

04

Prototypen und Tests

Paxistests unter realen Bedingungen, danach die formale Prüfung.

SMD Fuji NXT III - EMS Produktion bei Ginzinger

05

Serienfertigung

Fertigungsgerechtes Design, Serienproduktion bei Ginzinger

Sechs Fragen vor dem Umstieg

Ob sich der Umstieg lohnt, entscheidet eine Betrachtung über den gesamten Produktlebenszyklus. Diese Fragen sollten Sie beantworten können:

  1. Wie viele Einheiten sind pro Jahr und über die Produktlaufzeit geplant?
  2. Welcher Anteil der SPS-Funktionen wird tatsächlich genutzt?
  3. Welche Funktionen ließen sich in eine individuelle Elektronik mitintegrieren?
  4. Welche Echtzeit- und Sicherheitsfunktionen sind gefordert, und wie werden sie nachgewiesen?
  5. Wer übernimmt Obsoleszenzmanagement und Softwarepflege, im eigenen Haus oder beim Entwicklungspartner?
  6. Ist die Steuerungssoftware an eine bestimmte Hardware gebunden?

"Haben Sie noch offene Fragen? Sie interessieren sich für unsere Lösungen, sind aber noch unsicher? Wenn Sie mehr über Ginzinger erfahren möchten, kontaktieren Sie mich gerne!"

Mail: mario.salhofer(at)ginzinger(dot)com | Tel: +43 7723 5422 510

Mario Salhofer Portrait quer
Mario Salhofer, MSc
Kundenberatung bei Ginzinger

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