(R)EVOLUTIONÄRE ELEKTRONIKPRODUKTION
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01.03.2018 | Aktuelles

Challenge accepted

Verwendete Tags:
Elektronik
Elektronikproduktion
EMS
Industrie

Herausforderungen im strategischen Einkauf

Im Gespräch mit Matthäus Lang

Ing. Matthäus Lang ist seit 2013 im Unternehmen tätig. Als Einkaufsprofi mit internationalem Background kennt er den Wandel und die Herausforderungen im Business.

 

Nach einem schwierigen Jahr in puncto Bauteilverfügbarkeit wird sich dies 2018 tendenziell nicht ändern. Was sind dabei die größten Herausforderungen im (strategischen) Einkauf?

Matthäus:

Dass sich die Themen bzw. bestimmte Teile, wie Widerstandstypen oder Keramikkondensatoren, von dem logistischen in den strategischen Fokus verschieben. Was sonst kurzfristig verfügbar war, muss jetzt aufgrund einer steigenden Auftragslage und gleichzeitiger Ressourcenverknappung langfristig geplant werden. Dank unseres kontinuierlichen Geschäfts und rechtzeitiger Vorsorge bzw. Übermengenbestellungen auf eigenes Risiko sind wir nach wie vor lieferfähig. Bei manchen Teilen muss man mit Lieferzeiten von 40 Wochen – oder
unser Highlight – bis zu 112 Wochen rechnen. 
Dies wirkt sich insofern auf den Einkauf aus, dass es kurzfristig vorerst darum geht, die Teileversorgung aufrechtzuerhalten, anstatt wie sonst üblich an Preis-Kosten-Themen gemessen zu werden.

 

Hat man sich im Laufe des Jahres 2017 schon eine Strategie zurechtgelegt, wie man dieser Ressourcenverknappung entgegentritt?

Matthäus:

Selbstverständlich. Als sich dieser Trend abgezeichnet hat, wurde die Gesamtstrategie angepasst. Unser Fokus lag davor aber auch schon auf langlebigen Bauteilen bzw. auf 2nd-Source-Möglichkeiten – und wir weisen die Kunden entsprechend auf Single-Source-Risiken hin. Manche Entwicklungen sind in ihrer Ausprägung dennoch nicht abzusehen, wie das Verfügbarkeitsthema der C-Teile. In solchen Situationen muss dann kurzfristig reagiert und strategisch angepasst werden. Dabei gibt es viele Schrauben, an denen gedreht werden kann. Zum Beispiel bei der Kommunikation mit dem Kunden über die zeitgerechte und rechtzeitige Beauftragung, bei Rahmenverträgen inkl. Sicherheitsbeständen bei Lieferanten und generell Backup-Lieferanten. Aber auch beim Aufbau neuer Netzwerke, um schneller und günstiger auf spezielle Hersteller zugreifen zu können.

 

Welche Rolle spielt die Digitalisierung im Einkaufsprozess – Schlagwort Einkauf 4.0?

Matthäus:

Ing. Matthäus Lang

Ing. Matthäus Lang

Eine immer wichtigere! Aber nicht nur im Einkauf 4.0 – sondern auch im „Disruptiven Change Management“. Das bedeutet, dass bestehende Strukturen durch (digitale) Innovationen regelrecht zerschlagen werden. Der Markt verlangt trotz steigender Komplexität immer schnellere Antwortzeiten und bessere Preise. Parallel dazu stellt auch unsere neue Produktionslinie wesentlich höhere Anforderungen. Daran müssen nicht nur die Prozesse und die Organisation angepasst werden, sondern es muss gleichzeitig auch in Plattformen und Systeme investiert werden.

 

Wie stellst du dir den Einkauf der Zukunft vor?

Matthäus:

Wir sind mitten in der Vierten Industriellen Revolution, und die Möglichkeiten der digitalen Vernetzung und vermehrter künstlicher Intelligenz werden unsere Welt und natürlich auch den Einkauf weiter massiv verändern. Operative Tätigkeiten werden durch die Digitalisierung zunehmend automatisert. Im Gegensatz dazu wird der strategische Einkauf diese neuen Prozesse steuern und überwachen. Die Anforderungen in diesem Bereich und an die Einkäufer werden sich stark verändern. Im Zuge dessen werden die Anforderungen und Erwartungen an den Einkauf hinsichtlich eines erhöhten Wertbeitrages stark wachsen. Der Einkäufer wird daher immer mehr zum Schnittstellenmanager und zum Treiber komplexer vertikaler interner und horizontaler externer Prozesse werden. Diese Technologien schaffen viele neue Möglichkeiten. Sie ersetzen allerdings keine persönlichen Beziehungen. Die ehrliche und offene Beziehung zu verlässlichen Lieferanten wird daher weiterhin eine wesentliche Aufgabe im Einkauf bleiben.

 

Vielen Dank für das Gespräch!